Roland Quester
Vita
Roland Quester, Leipziger vom Jahrgang 1965, hat in den 1980er Jahren begonnen analog zu fotografieren und Filme und Bilder selbst zu entwickeln. Das Fotografieren war ihm ein Weg der Selbstaneignung und Auseinandersetzung mit seiner Umgebung sowie einer Dokumentation der Diskrepanz zwischen behaupteter und realer DDR. Die desolate Bausubstanz Leipzigs und der nicht weniger katastrophale Zustand der Umwelt waren u.a. Themen seiner Streifzüge, zumal er sich ab 1986 auch in der kirchlichen Umweltbewegung engagierte und 1989 zu den Mitgründer/innen des Ökolöwe-Umweltbund Leipzig e.V. gehörte, wo er bis Ende 2013 die Umweltbibliothek Leipzig leitete. Von 1994 bis ebenfalls Ende 2013 war er gewähltes Mitglied des Leipziger Stadtrates. Seit Ende 2013 arbeitet er in der Leipziger Stadtverwaltung. Mit dem Engagement nach der friedlichen Revolution entstand zunächst ein „fotografisches Loch“, ehe er nach einer gut zwanzigjährigen Pause 2012 die (nun digitale) Fotografie als visuelles Tagebuch und Sprache neu für sich entdeckte und neben verschiedenen Workshops zwischen 2018 und 2022 auch mehrere fotografische Semesterkurse an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Jonas Matauschek, Julius C. Schreiner und Alexander Rosenkranz belegte.
Neben der Street-, Städte- und Veranstaltungsfotografie verfolgt Roland Quester mehrere Langzeitbeobachtungen von Transformationsflächen in und um Leipzig (Alte Messe, Leuschnerplatz, Bayrischer Bahnhof, Freiladebahnhof Eutritzsch, Hbf-Westseite/Löwitz Quartier, Nordraum Leipzig).
In dieser Ausstellung zeigt er mit Teilen aus mehreren Serien eine weitere Facette seiner Fotografie. Auf seinen Wegen durch Leipzig stoppt er an den kleinen Irritationen und Bühnen, wo Stadtraum und Flora temporäre Inszenierungen miteinander eingehen (Serie Stadtgrün). Er hält die zunehmend überschaubareren Momente fest, in denen der Winter die Leipziger Parks und Flusslandschaften in eine andere Wirklichkeit versetzen (Serie Winterstadt) und sammelt am Wegesrand Formen und Farben einzelner Pflanzen ein, fotografiert sie vor Ort oder auch auf einem kleinen Leuchtpad (Blüten, Gräser & Blätter).
Ausstellungen
Aus dem Zusammenhang. freiraum Leipzig, 2015
Zeitweise. Bilder vom nicht mehr und jetzt gerade hier. Leipzig, Atelier vom Wolf, 2022
Eilige Landschaft. Der Nordraum Leipzig. Nacht der Kunst, Cafe Apries, Leipzig 2025
Preis
Altenburger Liebenswürdigkeiten, 1. Preis Fotowettbewerb der Stadt Altenburg 2018
Veröffentlichungen / Bildverwendungen u.a in
Bertram Weisshaar: Der Monte Verita zu Leipzig. Eine Wanderung durch den Norden von Leipzig – auf den Spuren der Konsumgesellschaft; in: Leipzig wächst. Stadt. Mensch. Umland; Leipziger Blätter, Sonderausgabe 2015
Ulrich Keller: „Das wollen wir alles zeigen“. Zur Rolle der Fotografie in der DDR-Oppositionsbewegung; in: Fotogeschichte. Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie, Heft 154, 2019
Black Box. Woher komme ich. Wohin gehe ich, Projektdokumentation; Ute Puder 2019
Landschaften. Gemeinsames Heft des Kurses Jonas Matauschek der Abendakademie der HGB, 2019
Klänge der Hoffnung. Musik verbindet; Stiftung friedliche Revolution 2020
Revolutionale. Festival für Veränderung, Projektdokumentation; Stiftung friedliche Revolution 2020
Dorothee Dubrau: Städte unter Pandemiebedingungen; in: Stadt Denken 5, Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung, Wasmuth & Zohlen Verl. 2021
Kurzbesuch: Colditz; Heft als Abschluss des Kurses Alexander Rosenkranz der Abendakademie der HGB, 2022
150 Jahre Abendunterricht an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, HGB Leipzig 2022
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